Die ersten Ionenaustauscher, wie sie heute allgemein in Gebrauch sind, wurden vor etwas mehr als 50 Jahren beschrieben. Sie waren unter anderem ein Produkt der modernen Kunststoffchemie und der Produktion von Kunststoffen für alle nur denkbaren Anwendungen. Bis die Ionenaustauscher Eingang in die nasschemische Metallbearbeitung gefunden hatten, vergingen aber nochmals etwa 20 Jahre. Zu Beginn wurde damit Wasser von den natürlichen Inhaltsstoffen gereinigt und vor allem Edelmetalle aus dem Wasser entfernt. Solche Ionenaustauscher wurden zur Freisetzung der Metalle häufig verascht. Andere Metalle wurden dagegen vorwiegend mit klassischen Methoden ausgefällt. Großes Interesse in der Technik fanden die Ionenaustauscher auch für unedleres Metall, vor allem mit dem Aufkommen der Arbeitsweise, Wasser in erheblichem Umfang einzusparen. Dabei galt es, Wasser so lange als möglich im Kreislauf zu führen. Und hier sind Ionenaustauscher das ideale Hilfsmittel. Dass dies so ist, zeigt sich auch daran, dass in den letzten 10 bis 15 Jahren der Aufbau der Harze kaum verändert wurde. Es standen also bereits zu dieser Zeit ausgereifte Ionenaustauscherharze zur Verfügung, die die Basis für den erfolgreichen Einsatz in der chemischen Oberfl ächentechnik darstellen. In den vergangenen Jahren hat ein weiterer Aspekt das Interesse an der Ionenaustauschertechnik unterstützt: Mit Ionenaustauschern lassen sich gelöste Metalle aus unterschiedlichen Industriewässern so weit entfernen, dass die niederen Grenzwerte für die Abgabe von Wasser in die öffentliche Kanalisation problemlos eingehalten werden. Damit müssen Betriebe, die Metall verarbeiten und den damit verbundenen Anforderungen unterliegen, nicht mehr unbedingt über eine Abwasserbehandlungsanlage verfügen oder große Mengen an metallhaltigen Lösungen kostenintensiv zu Verwertern abtransportieren. Ein Unternehmen, das hier seit nunmehr 30 Jahren intensive Pionierarbeit und einen guten Service anbietet, ist die Firma Decker Verfahrenstechnik GmbH in Berg/Oberpfalz.

30 Jahre Entwicklungen und Veränderungen

Im Jahre 1987 hatten sich Erwin Fischer und Reinhard Naujoks und zur Gründung eines Unternehmens, der Decker Verfahrenstechnik GmbH Decker Verfahrenstechnik GmbH, entschlossen, das sich vorrangig mit der Anwendung von Ionenaustauschern für die Reinigung von Wasser und Abwasser befassen sollte. Damals gehörte der Einsatz von Ionenaustauschern in galvanischen Betrieben noch zu den neuen Techniken. Vor allem die Herstellung von Rein- und Reinstwasser war der bevorzugte Einsatzfall. Aber auch in der Reinigung von Spülwässern bei der Verarbeitung von Edelmetallen wurden zunehmend Ionenaustauschermodule verwendet. Umfangreiche Entwicklungsarbeiten hierzu waren in den Jahren zuvor unter anderem bei der Firma Dornier in Friedrichshafen in einigen Forschungsprojekten durchgeführt worden.

Reinhard Naujoks  und Erwin Fischer hatten es sich hatten es sich zur Aufgabe gemacht, die Vorteile von Ionenaustauschern bei der Arbeit mit metallhaltigen, wässrigen Lösungen für die Industrie aufzuzeigen, also durch entsprechend innovative Techniken attraktiv zu machen. Unterstützung fanden die Jungunternehmer bei der Firma Decker GmbH & Co. KG, Berg i. d. OPf., die sich als stiller Teilhaber mit den entsprechenden Räumlichkeiten in deren Neubau beteiligte. Außerdem stellte die Peripherie mit verschiedenen Fertigungsbereichen und Werkstätten sowie die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit dem Bereich Anlagenbau des Decker-Firmenverbunds eine ausgezeichnete Startmöglichkeit für ein junges Unternehmen dar. Von Anfang an umfasste die Firmenphilosophie der beiden Gründer Fischer und Naujoks nicht nur die Erstellung und den Vertrieb von Ionenaustauscheranlagen, sondern auch den Betrieb einer eigenen Abwasseranlage zur Aufbereitung von Ionenaustauscherharzen als Dienstleistung für den Kunden. So war die Erstellung einer Abwasseranlage zur Aufbereitung mit dem Beginn der Unternehmensgeschichte verbunden.

Der Service, neben der Einrichtung einer Ionenaustauscheranlage auch die Regeneration der Harze durchzuführen, wurde von den Kunden gerne angenommen. Etwa drei Viertel der Kunden des Unternehmens nehmen den Service in Anspruch, bevorzugt Unternehmen, für die die Errichtung einer eigenen Abwasserbehandlung nicht sinnvoll oder realisierbar ist, oder Unternehmen, für die die Realisierung von Teilströmen bei Spül- und Abwässern problematisch ist. Die Verbindung zur Decker GmbH & Co. KG verhalf in der Anfangsphase zu Kundenkontakten und ermöglichte es, die Aufträge schnell und gründlich ausführen zu können. So wurde 1989 die erste große Anlage für die Druckerei Maul & Belser, Nürnberg, geplant. Die Verfahrenstechnik des Unternehmens wuchs rasch und im Jahr 1991 konnten im erweiterten Gebäude der Decker Gmbh & Co. KG ca. 1000 Quadratmeter Betriebsfläche angemietet werden. Ende 1994 wurde für die Decker Verfahrenstechnik ein wichtiges Forschungsvorhaben abgeschlossen, in dem die Reduzierung belasteter Abwässer aus chemischen und elektrolytischen Behandlungsbädern und die Entwicklung eines Verfahrens zum Wertstoffrecycling durch Ionenaustauscher beschrieben werden konnte. Anhand eines modular aufgebauten Austauschersystems wurde gezeigt, dass sich die Menge an Regenerierchemikalien stark verringern lässt. Positiv war die Erzeugung von Monoschlämmen bewertet worden, wobei allerdings eine externe Verwertung zur Erzielung sinnvoller Mengen anzustreben ist.

Angebot der Decker Verfahrenstechnik

Die Einrichtung einer Ionenaustauscheranlage beginnt in der Regel mit einer gründlichen Analyse vor Ort über die anfallenden Abwasser- und Abfallarten und die bestehenden Entsorgungsverfahren. Dabei wird zunächst geprüft, inwieweit eine Reduzierung von Abwasser und Abfall oder eine Verbesserung der Aufarbeitungsmöglichkeiten in Frage kommt. Meist steht eine Minimierung der anfallenden Spülwässer aus nasschemischen Prozessen im Vordergrund, aber auch eine Betrachtung der Elektrolyte wird nicht außer Acht gelassen. Ist der Einsatz von Ionenaustauschern empfehlenswert, erfolgt die Zusammenstellung der am besten geeigneten Harze. Soweit nicht auf bereits bewährte Typen zurückgegriffen werden kann, wird im hauseigenen Betriebslabor die bestmögliche Variante ermittelt. Hier steht das Unternehmen in engem Kontakt zu zahlreichen bekannten Herstellern von Harzen, wie Lewatit (Vormals: Bayer) oder Rohm & Haas .

Es werden jedoch nicht grundsätzlich nur Ionenaustauscheranlagen erstellt, sondern im Bedarfsfall werden auch Techniken und Anlagen zur Neutralisation, Oxidation, Reduktion, Filtration oder Schlammbehandlung eingerichtet. Die Anlagen werden im eigenen Haus hergestellt beziehungsweise – soweit Komponenten bezogen werden – an- und eingepasst. Die häufigere Variante ist die Einrichtung einer so genannten stationären Ionenaustauscheranlage, bei der der Kunde oftmals die Regeneration selbst übernimmt. Bei der Einrichtung von neuen Prozessen bietet die Firma Decker Verfahrenstechnik Decker Verfahrenstechnik als als interessante Alternative dazu die mobile Ionenaustauscheranlage. Damit kann der Einsatz getestet werden, wodurch der Kunde Erfahrung in Bezug auf die Führung seiner neuen Verfahren gewinnt.